Spielbericht

Post SV Nürnberg I – SC Wernsbach-Weihenzell
1 : 2

29. April 2018
Anstoß: 15:00 Uhr

Am 18. Spieltag der BOL empfing der Post SV mit dem bis dato Tabellenvorletzten SC Wernsbach-Weihenzell den erwartet schweren Gegner zum Sechs-Punkte-Spiel, hätte man sich durch einen Sieg doch ein komfortableres Polster zu den unteren Rängen verschafft. Die Temperaturen entsprachen dem Spielverlauf: Eine hitzig geführte Partie, die vor allem von außen zusätzlich und unnötig befeuert wurde und den Schiedsrichter Horst Szeiler ein ums andere Mal ins Zentrum des Geschehens rücken ließ.
 
Von Minute eins an war den Gästen die größere Entschlossenheit anzusehen, dieses Spiel für sich zu entscheiden, während die Nürnbergerinnen die gesamte erste Hälfte zu keiner Zeit ins Spiel fanden. Folgerichtig markierte der SC bereits in der 10. Spielminute den Führungstreffer durch Cathrin Hechelbauer, als die Abwehr des Post SV nicht entscheidend klären konnte und die Nr. 9 der Gäste nur noch im Eins-gegen-Eins einnetzen musste. Ebendiese sorgte auch fünf Zeigerumdrehungen später für gefährliche Aktionen, als zunächst ihr Querpass von Julia Bratz knapp am Gehäuse der Nürnbergerinnen vorbeiging und sie bei einem Konter nach einer Ecke des Post SV gerade noch so gestoppt werden konnte. Nun wurde endlich die Heimmannschaft etwas aktiver und suchte den Abschluss, jedoch vergaben nacheinander Nina Ruckriegel, Hanna Bessler und Solveig Böhme. Während ein Freistoß der Gäste in der 35. Spielminute von Post-Torhüterin Jenny Mertz noch problemlos abgefangen werden konnte, hatte sie fünf Minuten später aus elf Metern das Nachsehen. Tina Jordan verwandelte einen fragwürdigen Strafstoß sicher zum 0:2.
 
Bei diesem Spielstand musste eine Gegenreaktion der Heimmannschaft her und das spiegelte sich auch im Auftreten und der Körpersprache der zweiten Halbzeit. In der Konsequenz gelang der Anschlusstreffer in der 46. Spielminute: Den Querpass von Mona Bieberich von der Grundlinie verpasste zunächst die elfmeterwürdig gestoppte Solveig Böhme, bevor die nachgelaufene Nina Ruckriegel eine Unsicherheit der gegnerischen Torhüterin ausnutzte und den bereits verloren geglaubten Ball über die Torlinie schob. Die Torschützin schien Blut geleckt zu haben und brachte in den folgenden zehn Minuten das Tor der Gäste mit starken Aktionen ein ums andere Mal in große Bedrängnis, ohne sich und ihr Team jedoch belohnen zu können.
 
In der 72. wurde schließlich Solveig Böhme mit einem langen hohen Ball bedient, zielte aber aus etwa 16 Metern über das von Lisa Deppe gehütete Tor. Auch ihr druckvoller Kopfball fünf Meter vor dem Kasten nach traumhafter Flanke von Nadja Fröhlich ging über den Querbalken. Die Partie spielte sich nur noch in der Hälfte des SC Wernsbach-Weihenzell ab, doch auch die Distanzschüsse von Mona Bieberich und Freddy Unruh brachten nicht den erhofften Ausgleich. Die letzten Hoffnungen zerschlugen sich schließlich in der 90. Spielminute, als beim Kopfball von Julia Harder aus Sicht der Gäste nur die Latte rettete.
 
Aufgrund der zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten wäre zumindest ein Unentschieden verdient gewesen, mit Blick auf die Vielzahl vergebener Torchancen schmerzt die Niederlage umso mehr. Den Gästen aus Wernsbach-Weihenzell muss man dennoch Anerkennung zollen: für ihren aufopferungsvollen Kampf und die Effizienz im Abschluss. Für die Frauen des Post SV gilt es hingegen, das Engagement der zweiten Hälfte mit in die nächste Woche zu nehmen und zunächst gegen den SV Losaurach den Einzug ins Finale des Bezirkspokals perfekt zu machen, bevor am Wochenende beim TSV Lonnerstadt die ersten drei Punkte der Rückrunde eingefahren werden sollen.