Spielbericht

SC Regensburg – SpVgg Mögeldorf
7 : 0

21. Mai 2006
Anstoß: 10:30 Uhr

Ein Meistertitel, eine traumhafte Torquote und ein haushoher Sieg über Mögeldorf: Die B-Juniorinnen des Post-SV feiern

Der Einmarsch der Teams verlief fast wie bei einem Fußball-Länderspiel: Aufstellung in einer Reihe, Hände schütteln, Fototermin. Die Partie danach wurde zu einem Triumph für die U-17-Mädchen des Post SV. Sie fegten die Gegnerinnen der SpVgg Mögeldorf mit 7:0 (2:0) vom Platz. Damit sind sie Meister in der Bezirksoberliga Mittelfranken (West/Mitte) und kämpfen um den Aufstieg in die Bayernliga.

Während des Spiels saß die blaue Baseball-Kappe sicher auf dem Kopf von Werner Holzschuh. „Post SV Coach“ stand in großen gelben Buchstaben darauf. Nach dem Abpfiff war vom Outfit des Trainers nicht mehr viel übrig. Mit sprudelnden Sektflaschen jagten seine Spielerinnen ihn über den Platz. Erst rutschte die Kopfbedeckung, dann flog die Sonnenbrille fast von der Nase.

Zerzaust und etwas verklebt vom Sekt, konnte Holzschuh anschließend entspannt den Meistertitel feiern. Die Saison hindurch hatte sein Team konstant gespielt und sich bald auf dem ersten Platz festgesetzt. Als letzter Höhepunkt stand das Lokalderby gegen den Tabellenvierten Mögeldorf auf dem Programm. Die Post-SVler dominierten von Anfang an, spielten frech und laufstark. Das 1:0 in der zehnten Minute kommentierte der Mann mit der blauen Kappe knapp: „Die Richtung stimmt“.

Tatsächlich lief das Spiel fast ausschließlich in Richtung des Mögeldorfer Tors. Die Mannschaft von Melanie Pfeiffer konnten den Gastgebern nichts entgegensetzen. Weil der Sieg nie in Gefahr schien, ließen einige Fans des Post-SV schon in der Halbzeitpause (2:0) die Sektkorken knallten. Die zweite Hälfte gab den feierfreudigen Zuschauern dann recht. Während beim Post-SV besonders Saskia Smit über die linke Seite den Druck erhöhte, war bei den Mögeldorferinnen Torhüterin Stefanie Winkowski die wichtigste Frau auf dem Platz. Mit guten Paraden konnten sie einige Treffer verhindern. Trotzdem fielen noch viele Tore. Sarah Koren verwandelte einen Elfmeter zum 3:0, danach trafen Daniela Puscha, Paula Turkot, Carolin Horlamus und Denise Ballhorn.„Sieben Mädchen, sieben Tore“, resümierte der Trainer nach dem Abpfiff stolz. „Wir haben nicht nur ein, zwei Stürmerinnen, die treffen, sondern bei uns spielen alle voll mit. Deswegen haben wir auch so viele verschiedene Torschützinnen“.

Nicht nur die offensiven Spielerinnen sind erfolgreich, auch die Defensive hat die Saison über hervorragend gearbeitet. Nur so lässt sich die traumhafte Torquote von 111:7 erklären. 13 Siege haben die U-17-Mädchen auf dem Konto und nur eine einzige Niederlage — in der Hinrunde unterlagen sie dem SV Mosbach mit 2:1. Das Geheimnis des Erfolgs? „Ein super Team“, sagt der Trainer. „Ein super Trainer“, sagt Spielführerin Charlotte Sapinel. „Wir arbeiten wirklich sehr gut zusammen“, fügt sie hinzu. Und er ergänzt: „Wir haben keine Mimosen in der Gruppe — bei uns sind fast immer alle beim Training.“

Das Team muss sich jetzt noch gegen die Ersten der Bezirksoberliga Mittelfranken Süd und Nord durchsetzen. Wenn sie dort siegen, spielen sie gegen die Kickerinnen aus den anderen Regierungsbezirken. Erst dann könnte am Ende der Aufstieg in die Bayernliga stehen.

Eins ist klar: Der Trainer will seine Mannschaft auf dem weiteren Weg begleiten. 2005 hatte er das Amt des Coachs kommissarisch übernommen, weil eine Spielerin ihn hartnäckig darum bat. „Mindestens fünfmal hat sie mich angerufen“, erzählt er. Jetzt denkt er nicht mehr ans Aufhören. Auch wenn in der nächsten Saison fünf Spielerinnen in die Frauenmannschaft wechseln. „Der Nachwuchs kommt wieder, da bin ich mir sicher“, betonte Holzschuh nach dem Spiel. Dann setzte er seine blaue Kopfbedeckung wieder auf und verließ den Platz, um eine Dusche zu nehmen — diesmal mit Wasser statt mit Sekt.

CLAUDIA FREILINGER